© Christof Krause 2016

F.I.M. - Geschichte und Ziel

- Forum improvisierter Musik

- Forum improvisierender Musiker

- Frankfurts indeterminables Musiqwesen

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Frankfurt verfügt über eine reiche Geschichte improvisierter Musik. Angefangen mit dem Deutschen Jazzfestival der 70er Jahre und diversen Abenden im Jazzkeller über Heiner Göbbels´ "Materialausgaben", verschiedenen von Rüdiger Carl kuratierten Veranstaltungen im Portikus bis zum FIM der 90er Jahre, Auftritten mit Alfred Harth, den Festivals im Mouson von Augst, Korn und Carl gab es eine kontinuierliche Reihe von Veranstaltungen dieser Musik. Seit der Jahrtausendwende tut sich fast nichts mehr. Dies soll sich ändern.

2014 und 2015 gab es dazu erste Konzertabende mit jeweils mehreren Gruppen, (s. a. "bisherige Veranstaltungen"). 2016 haben wir das F.I.M.-Sessionkonzept wieder stärker in den Fokus gestellt: Eine Opening Group eröffnet den Rahmen des Abends mit einem Set über ca. 45 Minuten. In "moderierter Form" bekommen Gäste, die Möglichkeit, mit anderen zusammen zu spielen. Die Moderation soll sicherstellen, dass es einerseits nicht zur "Monopolisierung" der Bühne kommt und dass das Profil "frei improvisierter Musik" in Unterscheidung zu den anderweitig existierenden Sessionangeboten in Frankfurt gewahrt bleibt.

Folgender Link gibt Zeugnis von historischen Ereignissen der FIM-Geschichte - und verweist damit auch auf  Zukunftspespektiven: https://www.flickr.com/photos/a23h/sets/72157623370305860

Zur FIM-Geschichte schreibt Jürgen Schwab in "Der Frankfurt Sound" (erschienen 2004, Societätsverlag, SBN 3-7973-0888-4):

"Zu Beginn der 1990er Jahre schlossen sich in vielen deutschen Städten Musiker zusammen, die vor allem an frei improvisierter Musik interessiert waren. Sie orientierten sich dabei weniger am damals schon klassisch zu nennenden Free Jazz, sondern versuchten eher aus dem Nichts mit beliebigen "Fundstücken" eine voraussetzungslose Avantgarde-Musik zu erschaffen.
Gelegentlich führte ihre dem Punk nicht unähnliche Attitüde zu einer "äußerst nahrhaften Musik", genauso oft führte sie aber auch in die Langeweile und Belanglosigkeit, jedenfalls für den kritischen Zuhörer. Einige Musiker wurden durch die Aufgeschlossenheit und den Experimentiergeist, der in dieser Szene herrschte, zu interessanten Projekten inspiriert.
Alfred Harth und der Gitarrist und Komponist Christoph Korn gründeten 1993 in Frankfurt das FIM. Dieses "forum improvisierender musiker" lud zu monatlichen Sessions in das alte Gallus-Theater, kooperierte mit gleichgesinnten Initiativen und Musikern aus anderen Städten und veranstaltete jährliche Festivals, auf denen auch hochkarätige Avantgardisten wie Charles Gayle, Derek Bailey oder Peter Brötzmann auftraten. Weitere Aktivitäten waren drei "Jazzferien" benannte mehrtägige open-air-events und die Gründung des print-on-demand-internet-labels recout. Ein eigenes FIM-Orchester wurde aufgestellt, geleitet von Rüdiger Carl.
Der deutsche Free Jazz-Pionier lebt seit Beginn der 1980er Jahre in Frankfurt, wo er zunächst mit Avantgarde-Konzerten in der Ausstellungshalle Portikus aktiv wurde. Im FIM fand er eine lokale Szene gleichgesinnter Avantgardisten, in der sich etwa 30 Musikerinnen und Musiker tummelten.
Darunter etwa der Bassklarinettist und Zitherspieler Burkard Kunkel, der Schlagzeuger Bertram Ritter, der Stimm- und Performance-Künstler Oliver Augst, der Elektroniktüftler Peter Fey und Alfred Harth. Auch Musiker aus dem klassischen Jazzlager interessierten sich für die Experimente des FIM. Heinz Sauer kooperierte in verschiedenen Projekten und traf hier auf den blutjungen Bertram Ritter, den er als Schlagzeuger in sein Quartett holte. Das im Jahr 2000 gegründete Festival "pol", kuratiert von Carl, Korn und Augst, entstand ebenfalls aus dieser Szene und schuf Querverbindungen zwischen den "wichtigen kulturellen Microsystemen der 90er", die Alfred Harth wie folgt benennt: "frei improvisierte Musik, elektro-akustische Szene, clicks & cuts, Theatermusik, Kunst und Galerien, Mitglieder des Ensemble Modern, der HR-Bigband, die so wichtige Live-szene im Dreikönigskeller." Gegen Ende der 1990er Jahre verebbten die Aktivitäten des mittlerweile in "frankfurts indeterminables musiqwesen" uminterpretierten Vereins, der allerdings, wie man hört, "unter elektronischen Vorzeichen" in personell reduzierter Form wieder oder weiterhin aktiv ist."


 

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